10 Fehler die du beim Pflanzenkaufen vermeiden solltest

Vermeide die 10 häufigsten Fehler beim Pflanzeneinkauf

Der wichtigste Gartenbaustoff ist die Pflanze. Die (Pflanzen) bringe Farbe in deine Gestaltung, schaffen Stimmungen, verändern das Aussehen des Gartens im Laufe der Jahreszeiten.

Du hast drei Möglichkeiten Pflanzen in den Garten zu bekommen: die Pflanzen kommen von alleine- mit dem Wind oder durch die Vögel, du tauschst die Pflanzen gegen andere Pflanzen oder Dienstleistungen, du tauschst pflanzen gegen Geld.

Es war noch nie so leicht Pflanzen zu kaufen, es war noch nie so leicht falsche Pflanzen zu kaufen. Hier sind die zehn häufigsten Fehler die dir passieren können.

Es geht in diesem Artikel um mehrjährige Gartenpflanzen, nicht um den Viererpack Einweggeranien die du bei dem Vierbuchstabenjoghurtdealer aus Essen kaufst um die nach sechs Wochen wegzuschmeißen.

Erster Fehler: Du bedenkst nicht, dass eine Pflanzenfreundschaft 30-50 Jahre halten muss

Eine Pfingstrose braucht drei bis fünf Jahre um die optimale Staude zu entwickeln. Erst nach dieser Zeit bedankt die Blume sich mit einer prächtigen Blüte- wenn alles gut ist. Wenn nicht: neu kaufen, einpflanzen und wieder fünf Jahre warten. Bei einem Obstbaum können zehn bis fünfzehn Jahre ist Land gehen.

Zweiter Fehler: Du vergisst das Pflanzenwachstum

Das Wachstum der Pflanze ist Fluch und Segen zugleich.

Fluch: die meisten Einfamilienhausgärten sind klein und bieten gerade mal Platz für einen Kirschbaum. Mehr ist nicht drin. Die wichtigste Aufgabe der Gartenpflege in den nächsten Jahren ist dann der Rückschnitt.

Segen: das wirst du sicher kennen, am Ende des Baukredites ist noch so viel Hausbau übrig. Meistens ist es der Garten der hintenanstehen muss. Da kommt es gerade Recht, dass du mit kleinen aber guten und passenden Pflanzen Geld sparen kannst.

Ein häufiger Fehler ist, dass Gartenbesitzer sich nicht im Klarem darüber sind, wie groß die Pflanzen im Endstadium sind. Besonders oft tritt dieser Fehler beim Gehölzkauf auf.

Eine Thuja (Lebensbaum) hat eine Fertighöhe von 20 Metern und eine Fertigbreite von 5-7 Meter.

Dritter Fehler: Du machst dir zu wenig Gedanken über den Standort.

Standortgerechte Pflanzen sind das Fundament für einen schönen und pflegeleichten Garten. Dabei ist es egal ob die Pflanzen einheimisch sind oder aus der gleichen Klimazone vom anderem Ende der Welt kommen. Einige Gegenden in Nordamerika haben das gleiche Klima wie in Mitteleuropa aber eine viel größere Pflanzenvielfallt.

Ein Hai in einem Aquarium wird nur halb so groß wie in der Freiheit. Mit einem „falschen“ Standort für deine Pflanzen kannst du deine Gestaltungsziele erreichen. Wenn du ein Waldbaum in einen Kübel mit begrenztem Platzangebot für die Wurzeln setzt, wird er langsamer wachsen, dichter verzweigen und insgesamt kleiner bleiben. Die Japaner haben diese Kunst auf die Spitze getrieben und nennen sie Bonsai.

 

Vierter Fehler: Du lässt dich von den Etiketten beeinflussen

Ich habe nichts gegen Lustshopping, ich habe es auch schon einmal gemacht. Wenn du schlecht vorbereitet in das Pflanzengeschäft kommst, lässt du dich zu leicht von den bunten Bildern auf den Etiketten beeinflussen.

Am besten kaufst du die Pflanze zu der Zeit, wenn die ihren wichtigsten Höhepunkt hat: in der Blüte, im Austrieb, Herbstfärbung oder Frucht.

Gerade bei Früchten kannst du durch ein schönes Etikett in die Irregeführt werden. Gute Baumschulen wie diese hier, bieten im Herbst Obstverkostungen an. Du kannst den Apfel probieren, bevor du den Baum pflanzt und nach 10 Jahren feststellen muss, dass das ein Fehlkauf war.

Fünfter Fehler: Du kaufst schlechte Qualität

Ein Baumleben ist 70 (Birke) bis 150 (Eiche) Jahre lang. Ein Obstbaum bringt es im Schnitt auf 50 bis 80 Jahre. In manchen Fällen auch länger. Bei einem Kaufpreis von 50€ pro Baum verursacht diesen Investition Kosten von circa ein Euro pro Jahr.

Es gibt keinen Grund an der Qualität der Pflanzen zu sparen.

Schau dir die Pflanze genau an, um die Pflanzenqualität zu beurteilen:

               Ist das Laub gesund?

               Macht die Pflanze einen vitalen Eindruck?

               Hat die Pflanze ein starkes Wurzelwerk?

               Sind Beschädigungen, auch verheilte, sichtbar? 

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Sechster Fehler: du achtest nicht auf die Sorte

Kirschloorbeer ist nicht gleich Kirschloorbeer. Schau vorher im Katalog oder Internet nach welche Eigenschaften die einzelnen Sorten haben und mache die für dich nützlich.

Besonders für Einfamilienhausgärten gibt es Sorten die klein bleiben und den Hausmeisterschnitt überflüssig machen.

Siebter Fehler: Du kaufst bei einem Kaufmann und nicht bei einem Gärtner

Die Pflanze ist ein lebender Organismus. Die kann man nicht in ein Hochregallager einlagern und bei Nachfrage herausholen. Während die Pflanze auf einen Käufer wartet, anders als Flüssigseife, betreibt sie Photosynthese und den übrigen Stoffwechsel. Diskounter und Tankstellen sind nicht gut geeignet Pflanzen artgerecht zu pflegen.

Wenn es zwei Wochen braucht, bist die Pflanze aus dem Herstellungsbetrieb über einen Yoghurthändler bei dem Kunden im Garten landet, braucht die Pflanze ein Jahr um sich davon zu erholen.

Achter Fehler: Du lässt dich von Sonderangeboten beeinflussen

Bei dem Wort Sonderangebot schaltet sich bei uns der gesunde Menschenverstand ab. Sei ein mündiger „Verbraucher“.

Willst du für die nächsten Jahrzehnte einen Mitbewohner in deinem Garten haben, weil es den günstig an der Tankstelle gab?

 

Neunter Fehler: Du transportierst die Pflanzen auf einem offenen Anhänger

Du hast alles richtiggemacht. Richtige Pflanzen für den richtigen Standort in einer guten Baumschule gekauft. Jetzt mache bitte nicht den Fehler den ich zur Anfang meiner Berufstätigkeit als Gärtner gemacht habe; einen Etagenhartriegel 25 Kilometer auf einer offenen Pritsche transportieren. Der Strauch hat sich zwar bekrabbelt, der Kunde musste dem aber drei Jahre lang zusehen.

Pflanzenware hat ein Problem. Die Blätter verdunsten Wasserdampf, die Wurzel kann nicht liefern. Bei einer Fahrt im Cabrio erhöht sich die Verdunstung enorm, die Pflanze wird regelrecht trockengefönt.

Für den Pflanzentransport ist ein Anhänger mit Plane oder ein Kastenwagen besser geeignet.

Zehnter Fehler: Schlechte Säuglingspflege

Versorge deine neuen Gartenbewohner zeitnah. Am liebsten direkt einpflanzen. Wenn das nicht geht, dann einschlagen. Auch die Topfpflanzen kannst du zusammen mit dem Topf leicht eingraben. Wenn du keine Möglichkeit hast die Pflanzen einzuschlagen, stelle Sie auf einen geschützten Platz wo du die gut wässern kannst.

Bevor die Pflanzen sich richtig wohlfühlen in deinem Garten, müssen die anwachsen. Das bedeutet die Wurzel der Pflanze muss sich mit deinem Gartenboden verbinden um daraus Nährstoffe zu bekommen. Das ist wie die Babyphase bei den Kindern.

 

Fazit

Freude und Leid mit den Pflanzen beginnen bereits in der Planungsphase.

Viel Spaß bei der nächsten Shoppingtour!

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