Thujahecke in der Frontansicht

Sieben immergrüne Alternativen zu Thuja Hecken

Sieben immergrüne Alternativen für Thuja Hecken

Was machst du Abends, nach einem Kinobesuch, wenn dein Gehirn Kohlenhydratmangel meldet und der Magen knurrt? Welcher Dienstleister kann dir jetzt schnell helfen?

Entweder die Burgerschmiede mit der Krone, oder die mit dem großen M. Das einfachste ist: 1500 kKalalorien aus Fett und Zucker + 150 Gramm Verpackungsmüll bei einer Systemgastronomie zu kaufen, um den Hunger zu stillen. Dabei gibt es Alternativen zu Pressholzfrikadelen.

Wenn ich durch Einfamilienhausgebiete fahre, denke ich oft: die Menschen kennen keine alternativen Pflanzen zur Thuja.

Botanischer Name: Thuja occidentalis.

Deutscher Name: abendländischer Lebensbaum.

Ursprüngliche Heimat: Nordamerika (die Gemeinsamkeit der Herkunft mit dem Eingangsbeispiel ist zufällig, aber gewollt).

Verwendung: Hecke, Formgehölz, Gerüstbildner in Strauchpflanzungen, Hausbaum, Forst, Brennholz. Thuja ist wirklich sehr vielfältig. Und du kannst damit nichts falsch machen. Lebensbaum wächst auf trockenem Sandboden und nassen Lehm, auf Silikat und auf Kalk, im Halbschatten und in voller Sonne.

Vorteile von Thuja: Sehr billig in der Anschaffung, dank Massenproduktion und Preisdumping durch Baumärkte, anpassungsfähig an jeden Gartenstandort, immergrün, schnittverträglich, schnellwachsend.

Nachteile von Thuja: Vertrocknet von innen, wenn du den richtigen Zeitpunkt für den Schnitt verpasst hast, dann ist es zu spät. Thuja kann man nur mit hohen ästhetischen Einbußen verjüngen. Das feine Wurzelsystem von Thuja ist gut für Thuja- schlecht für alle Nachbarpflanzen, inklusive Rasen. Thujawurzeln lassen keine Konkurrenz zu, auch nicht von Artgenossen. Wenn du mal ein Baum in deiner Thujahecke austauschen willst, muss du dafür sorgen, das der „Neue“ genug Wasser und Nährstoffe bekommt. Sonst kannst du den Baum jedes Jahr ersetzen.

Thuja ist langweilig. Sommer, Herbst, Frühling und (Winter)- immer gleich. Im Winter werden manche Sorten etwas bronzefarbend. Hey, das ist so aufregend, wie die Garderobe unserer Bundeskanzlerin. Eine Alternative für die Blazerparade im Kanzleramt wäre, Bianca Heinicke, alias „BibisBeautyPalace“ als Kanzlerin zu wählen.

Auch wenn du es nicht glauben kannst, zu Thuja gibt es auch Alternativen.

1.      Eibe (Taxus baccata)

Die Eibe ist mein Favorit als Thujaalternative. Hat eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit an jeden Standort. Die Heimat der Eibe ist der mitteleuropäische Wald: schummriges Licht, Wasser und Nährstoffe ausgeglichen. Pflanzt man die Eibe in die volle Sonne auf mageren Boden- wächst die trotzdem, etwas langsamer, aber gesund.

Taxus ist eine faszinierende Pflanze. Die dunkelgrünen Zweige sehen für die vegetarischen Waldbewohner lecker aus, sind aber giftig; das hilft der Pflanze sich vor Fraß Feinden zu schützen. Die Samen sind auch giftig, haben aber einen roten, essbaren Mantel, den die Vögel lieben. Weil die Vögel nicht mit Messer und Gabel essen, verschlucken sie die ganze Frucht: den Zuckerhaltigen Mantel verdauen sie und der giftige Kern landet, mit einer Portion Vogelkot als Startdünger, in (d)einem Vorgarten. Das hilft der Pflanze sich zu vermehren und zu verbreiten.

Eibe mit Früchten
Fruchtschmuck an der Eibe lockt die Vögel an und sieht für Gärtner gut aus.

Das Beste an der Eibe ist ihre Schnittverträglichkeit. Nicht umsonst sind die barocken Gärten aus Eibe geschnitzt. Der Eibenstamm ist voll von „schlafenden Augen“ . Das sind Knospen, die sobald die genug Licht bekommen, neue Zweige bilden. Der Vorteil für dich ist: wenn der Baum oder die Hecke zu groß geworden sind, kannst du die einfach auf die gewünschte Form zurückschneiden und zwei Jahre später, ist nichts mehr von der Operation zu sehen.

Das zweitbeste an der Eibe ist, dass sie den Boden nicht so auslaugt. Taxus ist wesentlich freundlicher als Thuja zu seinen Nachbarn. Zudem hast du in der Eibenhecke nicht die gesamten Nadeln der letzten Jahre. Die Nadeln der Eibe werden viel besser von dem Boden „verdaut“, als die von Lebensbaum.

2.      Liguster

Liguster ist eine super Idee, für alle Formen von Hecken: geschnitten, frei oder gemischt.

Liguster kannst du schneiden wie dein Herz begehrt, mit Liguster kann man es machen.

Was auch sehr schön ist, ist die Blüte im Frühling. Die weißen Blüten hüllen die Umgebung in eine bezaubernde Duftwolke.

Liguster
Liguster hat feines Laub und lässt daher ganz feine Gestaltung zu.

Liguster ist nichts für ungeduldige. Es dauert bis zu fünf Jahre bis die Hecke dicht- es lohnt sich aber auf jeden Fall.

3.      Kirschlorbeer

Kirschlorbeer ist Geschmackssache. Aus Planzenverwenderischer Sicht ist der Ideal. Du kannst damit auf jedem Standort super gestalten. Kirschlorbeer wächst überall.

Gestalterisch hat man sich den schon satt gesehen, zudem hatte der Kirschlorbeer in den letzten Wintern Frostschäden und in den letzten Sommern Pilzbefall.

Als Alternative für Thuja gibt es dennoch attraktive, winterharten und pilzresistente Sorten. Du muss wissen, dass es fast so viele Kirschlorbeersorten gibt, wie Thomas Gottschalk Anzüge in seinem Schrank hat. Suche dir die passende aus und genieß deinen Garten.

Kirschlorbeer in Blüte
Kirschlorbeer kann auch Blumen- die schön riechen.

Wenn dein Kirschlorbeer keine zerrupften Blätter, wie ein streitsüchtiger Straßenhund in Rumänien, haben soll, dann schneide nicht mit der Heckenschere, sondern jeden Zweig einzeln, mit der Rosenschere.

Tipp: wenn dir das zu viel Arbeit ist, kannst du Hecke im Mai, kurz vor dem neuen Austrieb schneiden. Die neuen Blätter verdecken die verletzten ganz schnell und die Hecke sieht gut aus.

4.      Prunus lusitanica

Prunus lusitanica ist der „Cousin“ von dem Kirschlorbeer. Beide gehören zu der Familie der Kirschen. Prunus lusitanica wird auch unter dem Namen portugiesischer Kirschlorbeer verkauft. Diese Heckenpflanze hat alle positiven Eigenschaften von seiner Verwandtschaft, wie Anspruchslosigkeit und Schnittverträglichkeit- sieht nur besser aus. Mehr wie ein echter Lorbeer den du aus dem Italien- oder Griechenlandurlaub kennst.

5.      Photinia × fraseri ‚Red Robin‘

Die aktuell am weitesten verbreitete Sorte der Glanzmispel ist Photinia × fraseri ‚Red Robin‘. Ist auch eine weite Verwandte der Kirschlorbeere. Hat auch vergleichbare Ansprüche an Boden und Klima. Der Unterschied für dich als Herrscher deines Gartens ist rein in der Optik. Der Name „Glanzmispeln“ kommt von den glänzenden Blättern- die sehr schön sauber aussehen und gut in einen frisch geputzten Garten passen.

Photinia mit rotem Austrieb
Der rote Austrieb ist ein echter Hingucker, vom weitem siet er aus wie Blüte

Weitere Highlights sind: der rote Austrieb im Frühjahr und die Blüte im Sommer- beides hat die schnöde Thuja nicht zu bieten.

6.      Buchsbaum

Buchsbaum muss ich dir nicht vorstellen, oder? Den kennt jeder, der den aufrechten Gang beherrscht. Aber wusstest du, dass es Buchsbaum gibt, der drei Meter hoch werden kann. Das schöne ist, das geht nicht über Nacht. Es dauert richtig lange. Solange muss du nichts unternehmen. Einfach wachsen lassen, kein Schneiden. Pflegeleichter geht es wirklich nicht. Du brauchst nur etwas Platz in der Breite; wenn die Buchsbaumhecke drei Meter hoch werden soll, braucht sie auch drei Meter Platz in der Breite. Das ist alles. Eine echte Alternative zu Thuja für alle die langfristig planen.

7.      Ilex aquifolium

Frage an Günter Jauch: Wie heißt die einzige einheimische Palme in Mitteleuropa? Richtige Antwort: Stechpalme (Ilex aquifolium). Ilex ist sehr vielseitig. Es gibt den mit oder ohne  kratzige Blätter, mit und ohne Früchte, mit Früchten in allen möglichen gelb- orange und rot Tönen.

Für jede Anwendung im Garten gibt es den passenden Ilex. Die Vorfahren der meisten Ilex Züchtungen kommen aus dem gleichen Lebensbereich wie die Eibe- aus dem Wald, und sind bestens für Mitteleuropa angepasst. Die harten Blätter halten Schädlinge fern und kommen gut mit Trockenheit zurecht.

Nicht vergessen:

es gibt noch laubabwerfende Hecken aus Heinbuche, Rotbuche, Feldahorn, Linde, Kastanie, Berberize, Rotdorn, Weißdorn, Weide und Schlee.

Laubabwerfender Sichtschutz ist schlau. Wenn ich im Winter nicht im Garten bin- brauche ich kein Sichtschutz, freue mich aber über jeden Sonnenstrahl den die Pflanzen bis in mein Fenster durchlassen.

Heinbuche ist nicht mit der Rotbuche verwandt, haben nur den gleichen deutschen Wortstamm (botanisch sind das die Gattungen Fagus und Carpinus) . Sind aber von der Verwendung im Garten identisch. Beide sind Laubabwerfend und in Mitteleuropa heimisch. Rotbuche behält ihr Laub bis der neue Austrieb die alten Blätter abstoßt. Damit hast du auch im Winter Sichtschutz.

An den Sommergrünen Hecken kannst du erkennen welche Jahreszeit gerade ist, ohne auf den Kalender gucken zu müssen, falls die Temperatur keine Auskunft darüber gibt.

Deine Vogel im Garten werden die Laubhecken lieben, ein Haus für sich darin bauen und ihre Vogelkinder mit den Mücken füttern. Davon profitierst du dreifach:

  • Die Hecke ist günstig in der Anschaffung
  • Die Vögel singen für dich
  • Du kannst in Ruhe auf deiner Terrasse sitzen, weil die Vogelfamilie die Mücken zum Abendbrot gegessen hat.

Auf mageren Standorten ist die Heinbuche besser geeignet, als die Rotbuche. Alle laubabwerfenden  Pflanzen kannst du als wurzelnackte Ware bekommen, damit bist du um einiges günstiger als Thuja.

Das Letzte

Was haben Thujahecken und Atomkraft gemeinsam?

Beide sind NICHT Alternativlos!

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