In der Barockepoche war Symetrie die Grundlage der Gartengestaltung

Überblick über die Geschichte der Gartenkunst

Am Anfang war… das Buch

Es gibt in Bielefeld einen kleinen Buchladen in dem man gebrauchte Bücher kaufen kann. Immer wenn ich in der Nähe zu tun habe, schaue ich nach für mich interessanter Gartenliteratur. Eins der Bücher die ich da erstanden habe, war ein Buch von Clemens Alexander Wimmer: „Geschichte der Gartentheorie“. In dem Buch geht es um Gartenautoren die relevante Schriften zu Gartengestaltung verfasst haben. Es beginnt mit der Antike und der Beschreibung der prächtigen Herrschergärten über Barock und Klostergärten und endet in der Moderne. Ich fand es interessant zu lesen wie sich verschiedene Gartentheorien mit der jeweiligen Zeit verändert haben oder die Zeit geprägt haben. Aus diesem Anlass habe ich mich in der letzten Zeit sehr viel mit den Gartentheorien und auch Gartenstilen beschäftigt. Denn die Gärten und Parks die wir heute kennen sind das Ergebnis einer langen Gartentradition. Der Ziergarten war bis zur Industrialisierung oder sogar bis zu den Sechzigern Jahren des letzten Jahrhunderts ein Privileg des Adels und der Bourgeoisie. Mit zunehmendem Wohlstand der breiten Bevölkerungsschichten kommt auch der private Kleingarten in Mode. In den Arbeiter- und Bauerngärten wachsen neben Bohnen und Lauch auch Dahlien und Phlox.

Industrialisierung

Eine starke Entwicklung hat die Gartenkunst mit der Industrialisierung gemacht. Mit den  Maschinen können große Erdbewegungen leichter durchgeführt und die Baumaterialien über weite Entfernungen transportiert werden. Die Landschaftsarchitekten konnten kreativer und freier planen und mussten nicht mehr nur auf die örtlichen Baumaterialien und Pflanzen zurückgreifen. Einen weiteren Schub bekam die Gartengestaltung mit der Globalisierung. Durch den weltweiten Handel sind auch viele Baustoffe bei uns erhältlich, die eine weite Reise hinter sich haben. Es ist auch in Reihenhausgärten keine Seltenheit mehr dass Pflastersteine aus Holland, Kies aus Chile, Granit aus China, Pflanzen aus Italien, Holz aus Sibirien oder Sri Lanka nebeneinander verbaut sind. Die Fülle der Materialien macht die Auswahl nicht leichter, denn „wer die Wahl hat, hat die Qual“, aber wer die Wahl auf regionale Materialien begrenzt, handelt nachhaltig und kann Geld sparen. Ein weiterer Vorteil ist, dass heimische Steine meist ein Garten ergeben der mit der Umgebung harmoniert.

Die Moderne

In den frühen Siebzigern ist eine neue Bewegung in Mode gekommen: die Ökologische. Gartentheoretiker wie Klaus Spritzer und Le Roy beschreiben Gärten als Orte an den der Mensch ein Lehrling der Natur ist  und nur ganz behutsam eingreifen darf. Gerade Wege und Formpflanzen werden abgelehnt, Trampelpfade und Unkraut sind Zeichen der Demokratie(Le Roy). Mit der Natur zu gärtnern statt gegen sie, spart sehr viel Energie und Arbeit. Wenn ich mir den voranschreitenden Verbrauch unserer fossilen Ressourcen und Versiegelung der Flächen anschaue, wünsche ich mir dass noch viele Menschen sich Gedanken machen, wie wir in der Zukunft leben wollen. Noch nie in der Geschichte der Menschheit hatte der Mensch solche Möglichkeiten in die Natur einzugreifen wie Heute. Umso mehr müssen wir unsere Verantwortung wahrnehmen und für eine Nachhaltige Gestaltung sorgen. Jeder kann tätig werden. Durch die Wahl geeigneter Gartenpflanzen die nicht gegossen werden müssen um Trinkwasser zu sparen, durch Verzicht auf Plastik in der Gestaltung (Vliese, Kunststoffkanten), durch Verwendung heimischer Holzarten. Es lassen sich noch viele Beispiele bringen, jeder muss alleine entscheiden was er für den Naturschutz tun kann. Wer sich umfassend informieren möchte kann in der Bibliothek der TU Berlin, die über 58000 Veröffentlichungen zum Thema Grün in der Sammlung hat, per fern Ausleihe die gewünschten Bücher nach Hause bestellen.

Ausblick

Wir dürfen gespannt sein auf neue Trends und Techniken in unseren Gärten die uns hoffentlich viel Freude bereiten werden. Bis dahin wünsche ich allen Lesern: frohes Gärtnern.

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