Rasen und Tulpen

Das Wichtigste, was du über Rasen wissen muss.

Das Wichtigste, was du über Rasen wissen muss.

Einige Begriffe lösen in unserem Kulturkreis gleiche Assoziation aus.

Rot gleich Ampel, Stierkampf und SPD.

Frühling gleich Blumen, Liebe und Sonnenschein.

Rasen gleich ein gleichmäßiger, grüner Teppich auf dem man sich sofort wohl fühlt. Das Bild vom perfekten Rasen hat sich in unsere Kopfe eingebrannt, wie die Meinung, das Spargel gesund ist.

Die Realität sieht, wie immer, ganz anders aus- lückige Flächen mit allerlei kurzgeschnittenen Pflanzen.

Rasen versus Beet

Rasen ist wichtig. Wegen seiner Nutzung.

Du kannst ihn mit Füßen treten, darauf Fußball spielen, ein Zelt für die Party mit den Nachbarn aufstellen, ein Tipi um mit deinen Freunden im Sommer darin zu übernachten oder mit der Nagelschere pflegen.

Um einen Rasenmäher zu bedienen braucht man keine herausragende Ausbildung, um ein Beet zu pflegen sollte man wissen was man tut. Entscheidender Unterschied zum Beet ist: der Rasen lässt sich maschinell pflegen und verursacht jährliche Kosten von 0,30€ bis 1,5€.

Im Vergleich zu den anderen Flächengestaltungsmöglichkeiten wie Pflaster oder Beet ist Rasen wesentlich günstiger. Mehr zu Gartenpflege gibt es hier

Was sagt der Botaniker?

Rasen besteht aus mehreren Grasarten die sich gegenseitig ergänzen. Die einen habe feines Laub und sind für das feine Aussehen zuständig, die anderen sind robust und eignen ich für starke Beanspruchung.

Die drei wichtigsten Rasengräser in einer Rasenmischung sind Poa, Lolium und Festuca. Der Unterschied besteht in der Zusammensetzung der einzelnen Arten und Sorten. Die Deutsche Rasengesellschaft hat Rasenmischungen in Regelsaatgutmischungen unterteilt. Das sind standardisierte Mischungen, die in Versuchsanlagen und Praxis getestet worden sind.

Daneben gibt es Saatgutmischungen mit klangvollen Namen wie „Berliner Tiergarten“ die in Baumärkten angeboten werden, die so sortenrein sind, wie die bunten Pillen im Straßenverkauf im Bahnhofsviertel.

Rasen entwickelt sich. Die Gräser stehen untereinander und zu den Unkräutern in Konkurrenz. Dadurch verschiebt sich die Sortenmäßige Zusammensetzung auf der Fläche.

Rollrasen

Roll- oder Fertigrasen ist Rasen, der in einem landwirtschaftlichen Betrieb hergestellt worden ist.

Der Vorteil von Rollrasen ist die sofortige Flächenabdeckung. Nach einer Woche können deine hundert Enkel Kricket auf dem Rasen spielen.

Rollrasenverlegung
Rollrasen ist eine schnelle Alternative zum schönem Rasen

Entscheidend ist beim Rollrasen, genauso wie bei der Aussaat, die Gräserzusammensetzung. Es gibt auf dem Markt minderwertige Rollrasensorten die überwiegend aus dem einjährigem Poa annua bestehen und nach einem Jahr kaputt sind.

Mein Tipp: Augen auf, beim Rasenkauf.

Wichtig:  Rollrasen ist auch Rasen. Wenn der seine Qualität behalten soll, musst du den genauso pflegen wie in dem Herstellungsbetrieb. Mindestens 50-mal im Jahr mähen, alle vierzehn Tage düngen, zweimal im Jahr gegen Unkräuter spritzen.

Kunstrasen

Wenn du darüber nachdenkst, Kunstrasen aus Plastik in deinem Garten zu verlegen, dann bist du falsch in diesem Blog.

Kunstrasen ist Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung, ökologisch wertlos, nach 10 Jahren Sondermüll.

Moos

Moos hat keine Wurzeln und holt sich die Nährstoffe aus der Luft und aus dem Wasser. Das Moos freuen niedrige Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und nährstoffarmer Boden. Wenn du mehr Moos im Rasen als im Portemonnaie hast, dann solltest du dir Gedanken über den Standort deines Rasens machen. Ist der Standort schattig, feucht, sauer, verdichtet und nährstoffarm- dann hat der Rasen hier schlechte Chancen gegen das Moos.

Rasenmischungen auf den „Schattenrasen“ steht, kannst du getrost im Geschäft stehen lassen. Die sind das Geld, was die mehr kosten, nicht wert.

Eine vermeintliche Methode das Moos loszuwerden sind eisensulfathalitge Präparate. Ja, die wirken. Haben nur einen Nachteil, die senken den pH- Wert und begünstigen die Moosbildung im nächsten Jahr. Ein Teufelskeis.

Moos ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Rasen schwach ist.

Mein Tipp:

sorge dafür, dass der Rasen gut versorgt und gesund ist- dann hat das Moos keine Chance.

Alternativ kannst du das Moos wachsen lassen. Immerhin ist das auch grün.

Klee und Löwenzahn

Das sind die Begleiter von jedem Rasen. Ganz einfach, weil diese Blumen sich mit dem Wind verbreiten. Über weite Distanzen und recht erfolgreich.

Klee ist Mitglied der Pflanzenfamilie Fabaceae. Diese Familie kann Nährstoff den Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in den Wurzeln speichern. In der Landwirtschaft wird Klee deshalb auch als Gründünger verwendet, weil er den Boden mit Stickstoff anreichert.

Im Rasen ist Klee aus zwei Gründen unerwünscht: er entspricht nicht der gewünschten Optik und die Kleeblüten ziehen Bienentiere an, die beim Barfußgehen Ärger machen können.

Löwenzahn passt ebenfalls nicht in die optische Vorstellung der Gartenbesitzer. Löwenzahn breitet sich unkontrolliert aus. In der zweiten Jahreshälfte geht dem Löwenzahn die Puste aus, die krautige Pflanze zieht sich zurück und hinterlässt eine unschöne Lücke im Rasen.

Gegen Blumen im Rasen hilft jäten.

Zusätzlich gibt es ein chemisches Spritzmittel aus dem Maisanbau, welches sehr zuverlässig alle Blumen im Rasen tötet.

Rasenpflege

Rasen kann ohne Gärtner nicht existieren. Hier die Rasenpflegemaßnahmen im Überblick.

Handrasenmäher
Der Rasen kann nicht ohne Pflege

Mähen

Ist die wichtigste Pflegemaßnahme für deinen Rasen. In der Vegetationsphase (April bis Oktober) solltest du jede Woche einmal mähen. Optimale Schnitthöhe für einen Rasen im Hausgartenbereich beträgt vier Zentimeter.

Du solltest deinen Rasen nicht höher als zehn Zentimeter werden lassen. Wenn du bei pro Schnittdurchgang mehr als die halbe Pflanze abschneidest- schwächst du deinen Rasen.

Den langen „Urlaubsrasen“ mähst du am besten in zwei Durchgängen, mit zwei bis drei Tagen dazwischen.

Vertikutieren

Schneidet man vertikale Streifen in den Rasen heißt ist das Vertikutieren. Es gibt Befürworter und Gegner die beide ihre guten Gründe haben.

Vertikutieren ist Pflicht

Die Befürworter sagen: „es ist wichtig, mindestens einmal im Jahr den Rasen zu entfilzen. Außerdem regt der Wurzelschnitt das Breitenwachstum an.“

Vertikutieren ist mit Abstand die spektakulärste Rasenpflegemaßnahme. Es fällt eine große Menge Moos und Grasschnitt an und die Rasenfläche sieht danach kräftig „bearbeitet“ aus. Besonders gewissenhafte Hobbygärtner schrubben die Fläche wie mit einer Asphaltfräse runter das nur wenige Grashalme stehen bleiben.

Wichtig ist, dass das Vertikutieren nicht die einzige Pflegemaßnahme bleibt. Wer seine Zähne nicht regelmäßig putzt und nur einmal im Jahr zur Krankenkassengesponserten Zahnprophylaxe geht, der wird keinen mit seinem strahlenden Lächeln überzeugen.

Wer keine Zeit hat den Rasen regelmäßig, mindestens alle vierzehn Tage zu mähen; der kann sich das Vertikutieren auch sparen. Ausführlichen Artikel darüber lesen

Vertikutieren ist Quatsch

Die Gegner sagen: „Senkrechte Streifen in den Rasen zu schneiden verletzt die Rasenwurzeln, macht die schwächer, außerdem ist der Effekt nicht nachhaltig, wenn die Ursachen für die Vermoosung und Verfilzung nicht beseitigt werden.“

Ausnahmen sind nur dann sinnvoll, wenn du eine komplette Rasen Renovierung durchführen möchtest. In diesem Fall schrubb die Fläche so hart bis die Grasnarbe fast vollständig weg ist, und säeh‘ den Rasen neu ein oder verlege darauf Rollrasen. Ausführlichen Artikel darüber lesen

Düngen

Durch das Entfernen von Schnittgut entziehst du deinem Rasen Nährstoffe. Für einen schönen Rasen muss du deine Rasenpflanzen in der Vegetationsperiode vor allem mit Stickstoff versorgen. Ab August nicht mehr mit Stickstoff düngen, sonst schafft es der Rasen nicht vor dem Winter abzuhärten. Im Herbst werden Kali und Magnesia wichtig, diese Nährstoffe sind in den guten Herbstdüngern enthalten. Mehr über Dünger kannst du hier lesen.

Wässern

Rasen gießen brauchst du nur, wenn du einen hochleistungs Golfrasen in deinem Garten hast.

Mach dich weiter schlau

Die DIN 18919 beschreibt die Rasenpflege ausführlich.

Das Allerletzte

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David Janzen

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