Kunden, die einen Garten kauften, kauften auch massenweise Gartenbücher.

Die meisten (Hobby)Gärtnerinnen die ich kenne, sind auch Leseratten. Das blättern in Gartenbüchern und Zeitschriften gehört zum Gärtnern einfach dazu. Selbst wenn im Garten kein Platz mehr für neue florale Mitbewohner ist, kann ja doch sein, dass einem die ultimative Idee ins Auge sprigt.

Meine Gartenbücher

Man sucht sich seine Gartenbücher nicht aus. Die Bücher suchen sich ihre Besitzer. Hier eine kleine Auswahl meiner Bücherregalbewohner, die manchmal aufs Sofa, in den Urlaub oder mit in die Hängematte dürfen.

Die Liste ist nicht vollständig und rein subjektiv, als Antwort auf den Tweet von @ankaJung

Die Bücher sind nach Eignung für Anfänger sortiert, von Einsteigerlektüre zu zitierfähigen Literatur.

Viel Spaß!

Was blüht denn da?

„Was blüht denn da?“ ist ein Naturführer aus dem KOSMOS Verlag. Das Büchlein ist eine nette Hilfe zum bestimmen von überwiegend Wildpflanzen. Es ist schön nach Blühtenfarben sortiert und mit ein bisschen Übung, kan man damit recht gut die Blümchen am Wegesrand bestimmen.

Es gibt das Buch in zwei Varianten: mit gezeichneten Pflanzen und mit Pflanzenfotos. Bei den Zeichnungen sind die Pflanzenmerkmale, die für die Bestimmung wichtig sind, schön deutlich gezeichnet. Am Besten man kauft beide Bücher und schaut, welches einer besser gefällt. Das zweite Exemplar kannst du verschenken;-)

Für wen ist das Buch?

Für Gärtnerinen und Naturlliebhaberinnen, die einen leichten Einstieg in die praktische Botanik attraktiv finden.

Wer sollte es nicht lesen?

Haumeisterinnen, die Tanne zu Thuja sagen.

Essbare Wildpflanzen

Nach der Lektüre dieses Buches, wirst du eine grüne Erleuchtung erleben und Wald und Wiese als deine Salatschüssel betrachten. Die drei sympathischen Autoren beschreiben 200 Pflanzenarten, die mehr oder weniger für die Küche geeignet sind. Gesundheitsfördernde Aspekte sind in diesem handlichen Ratgeber besser herausgearbeitet als bei Maria Treben und vor allem aktueller.

Eschienen im Weltbild Verlag

Für wen ist das Buch?

Gesundheitsbewusse, experimentierfreudige Köchinnen, Ökos aller Länder.

Wer wird von dem Buch enttäscht sein?

Das Maskottchen von McDonalds, Unkrautdschihadistinnen.

Gärten farbig gestalten

Dieser aus dem englischen übersetzte Bilderband von Lance Hattatt ist eine schöne Planungshilfe für die Anlage geschmackvoller Staudenbeete. Es ist einfach geschrieben und schön bunt.

Auch Gestaltungen mit Blattfarben kommen darin vor.

Standortfaktoren spielen eine untergeordnete Rolle, es geht in erster Linie um das Malen mit Pflanzen.

Für wen ist das Buch?

Für Stadtkinder, die ihren Bunten Daumen entwickeln wollen.

Gartenbesitzerinen, die zu jedem Outfit die passende Handtasche haben.

Wer wird enttäuscht sein?

Mein Pflanzenverwendungsprofessor, Pflanzenverwenderinnen, die sich aus Standortgerechter Pflanzenverwendung was machen.

Kiesgärten, Blühtenpracht ohne Gießen

Für das Buch hat der Prof. Hertle einige Stauden im Versuchsgarten der Hochschule Weihenstephan auf Herz und Blüte getestet. Das Buch ist knackig geschrieben und versetzt Fortgeschrittene in die Lage einen Garten(bereich) zu gestalten, der zum Genießen statt Gießen einlädt. Trotz wissenschaftlicher Basis ein Ratgeber, der es nicht unnötig kompliziert macht.

Bereits nach dem Kauf des Buches hat niemand die Ausrede, seinen Vorgarten zwangszuschottern.

Für wen ist das Buch?

Für Gärtnerinen, die lieber an den Blumen schnuppern als zuppeln.

Für Biene Maja und co. KG.

Für wen ist das nichts?

Für Laubpicker, Kärchermafia, Freischneider-Ninjas

Blackbox Gardening

Das Buch beschreibt eine Methode zu Gärtnern, die nichts für Feiglinge ist. Die Theorie ist, Pflanzen im Garten zu verwenden, die sich selbst aussamen und ihre Nische suchen. Es werden viele Bespiele gezeigt und auch Sachen, die nicht so gut funktioniert haben.

Ein zeitgemäßer und spannender Ansatz für artgerechte Pflanzenhaltung und Standortgerechte Pflanzenverwendung.

Wer wird das Buch lieben?

Ich.

Mutige Gärtnerinen, die eine schöne Zeit MIT ihrem Garten verbringen möchten.

Wer wird den Kaufpreis des Buches zurückverlangen?

Rechteckpflanzer,

Ordnungsneurotikerinnen,

Pilotinen (weil sie beim Kauf gedacht haben, dass das Buch etwas mit der Blackbox aus dem Flugzeug zu tun hat).

Ich schuf Gärten in aller Welt

Ein Klassiker von Russell Page auf den mich ein Kunde gebracht hat. Der Autor, ein autodidaktischer Landschaftsarchitekt, der selbst keinen Garten eigen nannte, gestaltete für viele Grundbesitzer auf der Welt die Außenanlagen.

Es ist eine Geschichte über Monopflanzungen, Pflanzenvermehrung, exotische Pflanzen und Misserfolge.

In diesem Buch lernt die Leserin, gemeinsam mit dem Autor wie man sich einem Ort nähert, den genuis loci erspührt und bei den Besuchern Gefühle erzeugt.

Der englische Titel bringt es besser auf den Punkt. „The Education of a Gardener“ beschreibt wie der Gärtner gemeinsam mit seinen Gärten lernt und zum Meister wird.

Für wen ist das Buch?

Für Gärtnerinen, die dem goßen Meister gerne bei der Arbeit über die Schüppe schauen.

Wer schickt das Buch postwendend an Medimops zurück?

Leserinen, die Abbildungen brauchen um sich vorzustellen wie ein Meer aus Camelia japonica aussieht (in dem Buch gibt es kein einziges Bild)

Individuen, die Carpinus betulus für einen Gebetsteppich halten.

Die Geschichte der Gartentheorie

Ein wissenschaftliches Buch für die, die Gartenstiele verstehen möchten und geschmackvolle Gartenanlagen planen und bauen wollen.

Der Autor, Clemens Alexander Wimmer geht mit archivarischer Genauigkeit durch die Jahrhunderte der Gartentheorie. Erleutert Zusammenhänge und gegenseitige Beeinflussungen von Gestaltarten.

Es ist ein stabiles wissenschaftliches Werk, das über mehr Literaturnachweise verfügt als eine Masterarbeit nach der Bologna Reform und trotzdem spannend ist.

Für wen ist das Buch was?

Für Oberstudienräte, die auf der nächsten Gartenreise die Gestächspartner mit ihrem Wissen beeindrucken möchten,

Jugendliche mit massiven Einschlafproblemen.

Wer sollte lieber weiter Gartendokus auf Netflix glotzen?

Spezialistinnen, die Kastenlinden auf hügeligen Rasen Pflanzen,

Hochbau Architekten, die den Garten auch „gerade mal eben“ mitplanen.

Ende

Das Einkaufserlebnis der Gartenliteratur ist die Heilige Messe der Gärtnerinen und aller die es werden wollen.

Das Schmöckern, Eselsohren falten und Notizen machen ist die Meditation und Gebet.

In diesem Sinne

Halleluja, Acer!